Humoriges, Lesenswertes, Stoffeliges. Von weltbewegend bis "China, Sack Reis". Viel Spaß beim Lesen und dem Tag noch einen fairen Verlauf.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Die Dukan-Diät, Tag 8 - Sperrmüll

Nachdem das gestrige Wiegen eher mau ausfiel, bin ich am frühen Nachmittag mit entsprechender Wut im Bauch in den Keller marschiert, um ihm mal ordentlich zu Leibe zu rücken. Man kennt das: Dinge, die selten oder nur jahreszeitig bedingt gebraucht werden, landen irgendwann immer im Keller. Nun ist so ein Raum, ähnlich wie der Mensch, ein Allesfresser. Egal, was man ihm zu schlucken gibt, er nimmt es hin und lagert es in sich. Irgendwann ist der Mensch satt, und irgendwann ist auch der Keller voll. Und genau wie der Zweibeiner es regelmäßig schafft, sich zu übersättigen, beherbergte auch unser Keller mehr, als ihm eigentlich guttut. Der längst fällige Anruf beim Sperrmüll erfolgte am vergangenen Dienstag, heute war Termin, also hieß es gestern „Entrümpeln!“

Vorher gab’s ein Stückchen des Dr. Dukan Kuchens und zwei ordentliche Pötte Kaffee zum Frühstück sowie einen Tomatensalat mit Zwiebeln und geräuchert Forelle zu Mittag. Der aufmerksame Leser sieht: Es ist ein Aufbau-Tag, also ist Gemüse erlaubt (obwohl Tomaten streng genommen ja ein Obst sind – Klugscheißmodus wieder aus). So gestärkt begann ich, das überflüssige Gerümpel und den schon lange nicht mehr gebrauchten Tand von den Dingen zu trennen, die noch aufgehoben werden sollten. Im Keller selbst und im Vorraum, wir sind insgesamt drei Mieter im Haus, die einen Kellerraum haben, herrschte doppeltes Chaos. Da kam einiges zusammen, das sich schnell am Straßenrand wiederfand – und genauso schnell wieder weg war. Das ist ein Phänomen, für das ich keine Erklärung habe. Der Sperrmüll wird nur auf Anfrage und nach terminvergabe abgeholt, einheitliche Termine gibt es nicht. Trotzdem haben es der alte Balkontisch zwei Farbrollen, in deren Stiel man die Farbe speichert und so schneller vorankommen soll (taugen absolut nix), sowie ein kleines Regal nur eine halbe Stunde auf dem Bürgersteig ausgehalten. Dann waren sie auch schon weg, mitgenommen von einem, der Verwendung dafür hat. Und schon kurze Zeit später begegnete ich einer Mutter mit Tochter, die den alten Katzenkorb ins Auto luden. Die Stühle zum Tisch habe ich zwar später rausgestellt, aber sie waren am Abend auch verschwunden. Spricht sich das rum? Gibt es unter uns eine wachsende Zahl Sperrmüllsammler? War das vielleicht RTL, die für die nächste Messie-Doku noch Requisiten brauchten? Falls jemand eine Erklärung hat, bitte aufschreiben, die Kommentarfunktion ist weiter unten. Ich wäre sehr dankbar.

Beim Durchstöbern des Kellerinhaltes habe ich noch dazu einige Sachen gefunden, von denen ich nicht wusste, dass sie noch existieren. Und manchmal sind es wirklich die kleinen Dinge des Lebens, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Zum Beispiel der Regen-Aufsatz für die Balkongießkanne. Der ist zwar nicht überlebenswichtig, macht das Blumengießen aber angenehmer. Er war aber absolut unauffindbar und ich habe mich regelmäßig gefragt, wo der wohl abgeblieben ist. Eigentlich sollte auch schon längst eine neue Kanne gekauft sein. Und dann dies. Seit drei Jahren hatte sich der kleine Aufsatz in den Untiefen eines Kartons versteckt, dem ich dann gestern auch zum ersten Mal seit drei Jahren wieder Tageslicht spendiert habe. Vieles, von dem, was sonst darin lagerte, flog einfach weg.


Was aufräumen angeht, so habe ich mein Verhalten in den vergangenen Jahren geändert. Früher juckte mich rumliegender Kram nur wenig. Meine Studentenbude sah regelmäßig aus wie ein Handgranatenwurfstand. Das ist heute anders. Ich muss zwar nicht in der klinisch reinen Atmosphäre eines Möbelhauses leben, aber eine ordentliche Wohlfühlumgebung hat schon viel Schönes. Im Wegschmeißen bin ich allerdings inzwischen Weltmeister. Sonst müsste ich den Keller dreimal im Jahr entrümpeln. Was lange genug nicht gebraucht ist, hat seine Daseinsberechtigung verwirkt und landet im Müll. Bin gespannt, wann Ela was vermisst.

Nach der Entrümpelungsaktion habe ich dann tatsächlich auch etwas für den Diätplan getan. Diese Haferkleiepfannkuchen sind, wie schon mehrfach erwähnt, zwar lecker aber auch nichts für jeden Tag. Und der Kuchen nichts für herzhafte Genüsse. Also hab‘ ich dieses Dr. Dukan Brot gebacken und was soll ich sagen: Es geht tatsächlich auch als Brot durch.

Rezepteinschub!: 250 Gramm Haferkleie, 50 Gramm Weizenkleie, 450 Gramm Magerquark, 6 Eier, 1 Päckchen Backpulver, 1-2 Teelöffel Salz und 4 Esslöffel Leinsamen (kann aber muss nicht). Alles gut verrühren, in eine Kastenbackform gießen und ab damit in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen (180 Grad bei Umluft). Ein Hinweis zur Backform: Sie sollte mit Backpapier ausgelegt werden, dann lässt sich das Brot am einfachsten daraus lösen. Minimal einölen und mit Mehl bestäuben bringt wenig – das Brot bleibt am Boden kleben. Nach dem Erkalten portionsweise einfrieren, es bleibt sonst nur 1 – 2 Tage frisch.

Da wir uns gestern in einem Aufbau-Tag befinden, gab’s zum Abend Pizza. Geht nicht? Doch. Noch ein Rezepteinschub:
Für den Teig pro Pizza: 2 Esslöffel Haferkleie, 1 Esslöffel Weizenkleie, 3 Esslöffel Magermilchpulver, 1 Ei, 1 Eiweiß. Alles ordentlich verquirlen und in einer Pfanne von einer(!) Seite backen. Danach 3 Minuten in den 180 Grad heißen Ofen. Den Pizzafladen dann mit erlaubten Zutaten belegen. In meinem Fall: Tomatenstückchen, Thunfisch (im eigenen Saft), Räucherlachs, Kräuter, Champignons und 50 Gramm 8%igen Mozzarella.
Das Ergebnis fällt naturgemäß etwas anders aus, als man es von einem echten italienischen Teigfladen gewöhnt ist. Von Knusprigkeit keine Spur (wie auch, bei der Menge Quark), aber lecker war es trotzdem.

Das Ergebnis heute Morgen: 100,7 Kilogramm. Yes! Und das, obwohl ich die zulässige Haferkleiemenge doch etwas überschritten habe.

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