Humoriges, Lesenswertes, Stoffeliges. Von weltbewegend bis "China, Sack Reis". Viel Spaß beim Lesen und dem Tag noch einen fairen Verlauf.

Freitag, 27. Juli 2012

Die Dukan-Diät, Tag 10 - Der Yeeper

Mit Verlaub, es wird sauheiß draußen. Selbst um viertel nach acht Uhr am Morgen, während ich dies schreibe, hat es schon 25 Grad und die Wettervorhersage prognostiziert für heute Spitzenwerte um 34 Grad. Kaum kühler ist es in der Wohnung, die sich in den kommenden Stunden weiter aufheizen wird und dabei wieder versuchen wird, mit den Außentemperaturen Schritt zu halten. Der kühlste Raum ist derzeit das Badezimmer. Sich dort aufzuhalten ist eine Wohltat, vor allem, wenn man von einer Waage heruntersteigt, die einem 100,5 Kilogramm angezeigt hat, also 200 Gramm weniger als gestern.

Der uneingeschränkte Vorteil des Sommers – und es soll bitte keiner über die Temperaturen klagen, noch vor einer Woche hat der Großteil von uns um genau dieses Wetter gebettelt – sind die Abende auf der Terrasse. In unserem Fall der von Freunden, die uns auf einen Schluck zu sich eingeladen hatten. Der Herr des Hauses hatte einige Flaschen Bier kaltgestellt und auch den Genuss eines neu angeschafften, 18 Jahre alten Whiskys in Aussicht gestellt. Er war dann doch etwas enttäuscht, als ich ihn um ein Glas Wasser bat und ihm auch erklärte, warum. Ich muss zugeben, es fiel mir schwer, aber ich blieb eisern. Ebenso meine Liebste, die ebenfalls nur Wasser trank und nur ab und zu ein Blick auf die Flasche Fassbrause warf, die auf dem Tisch stand. Hinzu kommt, dass Beide frisch gebackene Eltern einer gut vier Monate alten Tochter sind. Die hat derzeit mit der Hitze zu kämpfen, schläft schlecht und wirbelt den Tagesablauf dadurch noch mehr durcheinander. Ergo hatten beide noch nichts gegessen und bestellten sich Pizza und Salat.

Am Tisch als stille Beobachter des Abendessens zu sitzen, fiel natürlich ebenfalls schwer. Doch der ganz große Kampf mit dem inneren Schweinehund blieb aus. Dabei standen auch Chips und Gummibärchen auf dem Tisch, die unter normalen Umständen recht zügig weg gewesen wären. Dabei fiel mir auf, dass es mit der Schmacht, dem Yeeper, der Genusslust oder wie immer man das Verlangen nach etwas, das man nicht zu sich nehmen darf, nennen will, etwas Besonderes auf sich hat. Für mich selbst habe ich nämlich die Drei-Tage-Regel entdeckt. Man sagt ja, dass bei der Rauchentwöhnung die ersten drei Tage die schlimmsten sind. Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Es bedarf einer ziemlichen Willenskraft, in den ersten 72 Stunden des Entzugs nicht schwach zu werden, vor allem, wenn die Verlockungen groß sind. Danach war es für mich recht leicht und ist es bis heute. Darauf bin ich, glaube ich, zu Recht Stolz, denn es brauchte drei Anläufe, bis ich weg war vom Nikotin.

Die 72 Stunden musste ich abermals durchstehen, am Anfang der Diät. Die Lust auf etwas Süßes nach dem Essen, besonders am Abend, war riesig. Und im Schrank liegt sogar noch eine angebrochene Tüte Gummibärchen und eine halbe Tafel Schokolade (ich kann einfach nichts wegschmeißen). Die liegen da bis heute unangetastet. Und auch der Whisky blieb erfolgreich zu – was mir von Freitag bis Sonntag besonders schwer fiel, weil der Yeeper da besonders groß war. Seitdem ist diese Lust allerdings stark zurückgegangen und stört den Tagesablauf eigentlich kaum noch. Ein gutes Zeichen? Sicherlich.

Die gestrige Nahrungsaufnahme war übrigens, bis auf den Abend, wenig spektakulär. Morgens Joghurt ohne Alles, mittags die Reste vom Curry-Huhn mit einer Scheibe des Dr. Dukan Brotes. Für den Abend habe ich eine leichte Abwandlung der Auberginen-Zucchini-Lasagne zubereitet. Die Tomaten habe ich weggelassen, dafür eine Masse zubereitet, die stockt und das Ganze nicht im Wasser schwimmen lässt – das Phänomen hatten wir in der letzen Zeit zur Genüge.

Rezepteinschub: 1 große Aubergine, 1 mittelgroße Zucchini, sechs 6 bis 8 große Champignons, 200 Gramm Tofu, 50 Gramm light-Reibekäse, 300 Gramm Joghurt, 4 Eier, 1 Zwiebel, 2 Zehen Knoblauch, Gewürze.
Aubergine, Zucchini und Pilze in dünne Scheiben schneiden. Joghurt und Eier zusammen mischen, Zwiebel und Knoblauch hacken und dazugeben. Zum Würzen Pfeffer, Salz, süßes Paprikapulver, Cayennepfeffer und Oregano verwenden. Nicht zu wenig, da das Gemüse selbst nicht gewürzt wird. Nun das Gemüse in einer Auflaufform schichten. Zuerst die Aubergine, dann Zucchini, dann Pilze. Zwischen die Schichten jeweils einige Esslöffel der angerührten Masse streichen, die das Ganze beim Backen zu einer Lasagne verbindet. Den Tofu gut ausdrücken und zerkrümeln und mit dem Käse vermischen. Diese Mischung auf die Lasagne streuen (wird schön knusprig) und für 45 Minuten bei 190 Grad (Ober- und Unterhitze) in den Ofen schieben.

Mit diesem Rezept verabschiede ich mich ins Wochenende, das einen Kurztrip in unsere alte Heimat beinhaltet, inklusive Geburtstagsfeier mit Bier und Büfett. Aber nicht für uns! Daumen drücken und bis Montag.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Die Dukan-Diät, Tag 9 - Ersatzprodukte

Tja, was soll man sagen: Vorgestern hatte ich die vorgeschriebene Haferkleiemenge etwas überschritten und beim gestrigen Wiegen trotzdem einige hundert Gramm verloren. Heute allerdings herrscht Stagnation auf dem Wiegeinstrument. Wiederum 100,7 Kilo, und das, obwohl die Nahrungsaufnahme gestern nicht wirklich reichhaltig war. Der obligatorische Joghurt mit zwei Tassen Kaffee zum Frühstück, um in die Gänge zu kommen. Langsam muss ich mir mal eine Alternative dazu suchen, die allerdings wenig Arbeit macht, denn morgens schon in der Küche rumwuseln, fällt definitiv aus. Zum Abendessen hatte ich mir etwas Brot mit fettfreiem Hüttenkäse und Schinken gegönnt, auch keine kulinarische Erleuchtung, aber es war ein brauchbarer Ersatz für die früher so gern geschmierte Stulle.

Mittags das Curry-Huhn aus dem Dr. Dukan-Diätbuch. Den Rezepteinschub spare ich mir, da die Liste ewig lang ist und das Ergebnis enttäuschend ausfällt. Unter anderem werden bei der Zubereitung 450 Gramm 0,1er Joghurt verarbeitet. Das darin enthaltene Eiweiß flockt allerdings beim Kochen komplett aus, so dass am Ende die Eiweißkrümel sich am Pfannenboden zu Huhn und Zwiebeln gesellten, während obenauf das gelbliche Wasser schwamm. Das sieht wenig appetitlich aus, schmeckt aber noch ganz passabel. Mehr auch nicht, denn hier macht sich das Fehlen von höherprozentigem Joghurt doch schmerzhaft bemerkbar. Wenn bei einem Hühnchengericht die geschmackliche Komponente bescheiden ausfällt, ist das ganze eher für die Tonne, weil vom Huhn selbst kaum geschmackliche Initiative ausgeht. Als nachgebautes indisches Curry taugt es jedenfalls wenig, auch, weil die Ingwernote viel zu vordergründig ist.

Aber das scheint ein generelles Problem zu sein, das Rezepte dieser und auch anderer Diäten haben: Wenn es nachbauten von klassischen Gerichten sind, in denen einige Komponenten gegen fett-, eiweiß- oder kohlehydratarme Alternativen ausgetauscht werden, dann ist das Ergebnis in meinen Augen meist kein Geschmackserlebnis sondern eher ein Reinfall. Vor allem, wenn es um essenzielle Zutaten geht. Eine Pilz-Trüffel-Soße etwa schmeckt mit 0,1er Frischkäse oder Joghurt einfach nur lasch. Eine Hollandaise ohne Butter? Ich bitte Sie! Das geht einfach nicht, wenn man ein wenig Sinn für die Küche hat und das, was in ihr geschieht.

Dann gibt es die Alternativen, die zwar nicht so gut schmecken wie das Original, aber besser sind als nichts. Zum Beispiel der 8-prozentige Mozarella auf der Dukan-Pizza oder der Light-Reibekäse auf der Auberginen-Lasagne. Die sind geschmacklich zwar weit entfernt vom Genuss, aber besser als nichts. Und der Geruch, wenn der Käse im Ofen langsam zerläuft ist auch schon eine Menge wert in diesen harten Zeiten. Ganz ähnliches gilt für den mageren Lachsschinken. Ein schöner Serrano hat natürlich seine Vorzüge und Reize, aber das Alternativprodukt kann geschmacklich auch genug bieten.

Schließlich noch die Produkte, die zum verfeinern, etwa einer Soße, gedacht sind, aber für den Ausgang einer Küchenschlacht scheinbar nicht entscheidend sind. Von wegen, sind sie doch. Dass bestimmte Ersatzprodukte ein ziemlicher Reinfall sind, habe ich in diesem Teil meines Blogs aufgeschrieben. Man sollte sich gut überlegen, ob man einer gelungenen Soße mit fettfreiem Frischkäse (komme mir jetzt bloß keiner mit den 0,1 Prozent, das sind homöopathische Mengen!) den Touch von altem Putzlappen verpassen will. Vielleicht lieber ein wenig fettfreie Milch? Dann kann man gleich Wasser nehmen. Ein Schuss Sahne, Verzeihung, ist einfach nicht zu ersetzen. Basta.Und ich vermisse sie schmerzlich.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Die Dukan-Diät, Tag 8 - Sperrmüll

Nachdem das gestrige Wiegen eher mau ausfiel, bin ich am frühen Nachmittag mit entsprechender Wut im Bauch in den Keller marschiert, um ihm mal ordentlich zu Leibe zu rücken. Man kennt das: Dinge, die selten oder nur jahreszeitig bedingt gebraucht werden, landen irgendwann immer im Keller. Nun ist so ein Raum, ähnlich wie der Mensch, ein Allesfresser. Egal, was man ihm zu schlucken gibt, er nimmt es hin und lagert es in sich. Irgendwann ist der Mensch satt, und irgendwann ist auch der Keller voll. Und genau wie der Zweibeiner es regelmäßig schafft, sich zu übersättigen, beherbergte auch unser Keller mehr, als ihm eigentlich guttut. Der längst fällige Anruf beim Sperrmüll erfolgte am vergangenen Dienstag, heute war Termin, also hieß es gestern „Entrümpeln!“

Vorher gab’s ein Stückchen des Dr. Dukan Kuchens und zwei ordentliche Pötte Kaffee zum Frühstück sowie einen Tomatensalat mit Zwiebeln und geräuchert Forelle zu Mittag. Der aufmerksame Leser sieht: Es ist ein Aufbau-Tag, also ist Gemüse erlaubt (obwohl Tomaten streng genommen ja ein Obst sind – Klugscheißmodus wieder aus). So gestärkt begann ich, das überflüssige Gerümpel und den schon lange nicht mehr gebrauchten Tand von den Dingen zu trennen, die noch aufgehoben werden sollten. Im Keller selbst und im Vorraum, wir sind insgesamt drei Mieter im Haus, die einen Kellerraum haben, herrschte doppeltes Chaos. Da kam einiges zusammen, das sich schnell am Straßenrand wiederfand – und genauso schnell wieder weg war. Das ist ein Phänomen, für das ich keine Erklärung habe. Der Sperrmüll wird nur auf Anfrage und nach terminvergabe abgeholt, einheitliche Termine gibt es nicht. Trotzdem haben es der alte Balkontisch zwei Farbrollen, in deren Stiel man die Farbe speichert und so schneller vorankommen soll (taugen absolut nix), sowie ein kleines Regal nur eine halbe Stunde auf dem Bürgersteig ausgehalten. Dann waren sie auch schon weg, mitgenommen von einem, der Verwendung dafür hat. Und schon kurze Zeit später begegnete ich einer Mutter mit Tochter, die den alten Katzenkorb ins Auto luden. Die Stühle zum Tisch habe ich zwar später rausgestellt, aber sie waren am Abend auch verschwunden. Spricht sich das rum? Gibt es unter uns eine wachsende Zahl Sperrmüllsammler? War das vielleicht RTL, die für die nächste Messie-Doku noch Requisiten brauchten? Falls jemand eine Erklärung hat, bitte aufschreiben, die Kommentarfunktion ist weiter unten. Ich wäre sehr dankbar.

Beim Durchstöbern des Kellerinhaltes habe ich noch dazu einige Sachen gefunden, von denen ich nicht wusste, dass sie noch existieren. Und manchmal sind es wirklich die kleinen Dinge des Lebens, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Zum Beispiel der Regen-Aufsatz für die Balkongießkanne. Der ist zwar nicht überlebenswichtig, macht das Blumengießen aber angenehmer. Er war aber absolut unauffindbar und ich habe mich regelmäßig gefragt, wo der wohl abgeblieben ist. Eigentlich sollte auch schon längst eine neue Kanne gekauft sein. Und dann dies. Seit drei Jahren hatte sich der kleine Aufsatz in den Untiefen eines Kartons versteckt, dem ich dann gestern auch zum ersten Mal seit drei Jahren wieder Tageslicht spendiert habe. Vieles, von dem, was sonst darin lagerte, flog einfach weg.


Was aufräumen angeht, so habe ich mein Verhalten in den vergangenen Jahren geändert. Früher juckte mich rumliegender Kram nur wenig. Meine Studentenbude sah regelmäßig aus wie ein Handgranatenwurfstand. Das ist heute anders. Ich muss zwar nicht in der klinisch reinen Atmosphäre eines Möbelhauses leben, aber eine ordentliche Wohlfühlumgebung hat schon viel Schönes. Im Wegschmeißen bin ich allerdings inzwischen Weltmeister. Sonst müsste ich den Keller dreimal im Jahr entrümpeln. Was lange genug nicht gebraucht ist, hat seine Daseinsberechtigung verwirkt und landet im Müll. Bin gespannt, wann Ela was vermisst.

Nach der Entrümpelungsaktion habe ich dann tatsächlich auch etwas für den Diätplan getan. Diese Haferkleiepfannkuchen sind, wie schon mehrfach erwähnt, zwar lecker aber auch nichts für jeden Tag. Und der Kuchen nichts für herzhafte Genüsse. Also hab‘ ich dieses Dr. Dukan Brot gebacken und was soll ich sagen: Es geht tatsächlich auch als Brot durch.

Rezepteinschub!: 250 Gramm Haferkleie, 50 Gramm Weizenkleie, 450 Gramm Magerquark, 6 Eier, 1 Päckchen Backpulver, 1-2 Teelöffel Salz und 4 Esslöffel Leinsamen (kann aber muss nicht). Alles gut verrühren, in eine Kastenbackform gießen und ab damit in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen (180 Grad bei Umluft). Ein Hinweis zur Backform: Sie sollte mit Backpapier ausgelegt werden, dann lässt sich das Brot am einfachsten daraus lösen. Minimal einölen und mit Mehl bestäuben bringt wenig – das Brot bleibt am Boden kleben. Nach dem Erkalten portionsweise einfrieren, es bleibt sonst nur 1 – 2 Tage frisch.

Da wir uns gestern in einem Aufbau-Tag befinden, gab’s zum Abend Pizza. Geht nicht? Doch. Noch ein Rezepteinschub:
Für den Teig pro Pizza: 2 Esslöffel Haferkleie, 1 Esslöffel Weizenkleie, 3 Esslöffel Magermilchpulver, 1 Ei, 1 Eiweiß. Alles ordentlich verquirlen und in einer Pfanne von einer(!) Seite backen. Danach 3 Minuten in den 180 Grad heißen Ofen. Den Pizzafladen dann mit erlaubten Zutaten belegen. In meinem Fall: Tomatenstückchen, Thunfisch (im eigenen Saft), Räucherlachs, Kräuter, Champignons und 50 Gramm 8%igen Mozzarella.
Das Ergebnis fällt naturgemäß etwas anders aus, als man es von einem echten italienischen Teigfladen gewöhnt ist. Von Knusprigkeit keine Spur (wie auch, bei der Menge Quark), aber lecker war es trotzdem.

Das Ergebnis heute Morgen: 100,7 Kilogramm. Yes! Und das, obwohl ich die zulässige Haferkleiemenge doch etwas überschritten habe.

Dienstag, 24. Juli 2012

Die Dukan-Diät - Tag 7: Was, jetzt schon?!

Ich muss an dieser Stelle gleich auf den heutigen Morgen zu sprechen kommen, denn das ist essenziell für das Folgende. Noch recht schlaftrunken schlich ich mit halb geschlossenen Augen Richtung Badezimmer, um mich dort dem erbarmungslosen Urteil unserer Digital-Personenwaage zu stellen. Ich zog sie also unter dem Waschtisch hervor, stellte sie an und mich anschließend darauf. Ich blickte nach unten und erschrak. 101,2 Kilogramm, 200 Gramm mehr als am gestrigen Montag. Ich schaute in den Spiegel, das Gesicht zu Faust geballt und brüllte ein donnerndes „Sauerei!!!“ durch die Wohnung. Meine Frau, die auch heute wieder einen schönen Abnehmerfolg erzielt hat – es würde aber den Regeln der Höflichkeit vollkommen widersprechen, wenn ich jemals Zahlen nennen würde – sah mich entgeistert an. „Zugenommen?“  „Ja!“ Ich war stinksauer.

Dieses für einen erfolgsverwöhnten Abnehmer wie mich desaströse Abschneiden auf der Waage schreit förmlich nach einer Analyse des vergangenen Tages. Schließlich gibt es verschiedene Faktoren, die Ab- oder Zuhnahme beeinflussen. Nicht auf dem Klo gewesen? Gesündigt? Nicht bewegt? Falsches abwiegen von Zutaten? Zu wenig getrunken? Alles Fragen, die ich positiv, also im Sinne der Diät, für den Montag beantworten kann. Morgens ein Schälchen Joghurt mit ein paar Flocken Haferkleie, dazu Kaffee. Am Mittag zweieinhalb Scheiben Rinderbraten, den ich am Sonntag zubereitet habe.

Rezepteinschub! Man nehme:1 kg Steakhüfte oder noch hochwertigeres Rindfleisch. Darin schneidet man eine Tasche, in die man geviertelte saure Gurken, Senf und drei bis vier Scheiben Lachsschinken stopft. Den Braten selbst mit Senf und frischem Thymian einreiben, salzen und Pfeffern. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man den Braten kurz, aber richtig heiß anbraten und schiebt ihn dann ins Ofenrohr. Oder man bettet ihn gleich in den Ofen und lässt ihn dort bei 120 Grad etwa 2 Stunden garen (Ein Fleischthermometer zu verwenden ist ratsam, es zeigt den genauen Garpunkt, der zwischen 62 und 65 Grad liegt). Das letzte Viertelstündchen kann der Braten dann die vollen 250 Grad abbekommen und entwickelt so auch einige Röstaromen. Aber Anbraten ist besser.  Ganz geduldige können den Ofen auch nur auf 80 Grad stellen, dann dauert es gut drei Stunden und das Fleisch wird noch zarter. Aus dem Bratensaft – sehr viel wird es nicht sein, das Meiste ist hoffentlich im Fleisch geblieben– lässt sich mit einer großen Zwiebel und ein paar Gewürzen (Salz, Pfeffer, Majoran, scharfes Paprikapulver) eine einfache Soße zubereiten. Zwiebeln anbraten, Bratensaft, 250 ml Wasser und Gewürze dazu, 7 Minuten köcheln lassen, fertig.

Zurück zur Tagesanalyse. Am Abend gab es dann den obligatorischen Haferkleie-Pfannkuchen. Wir haben uns für die Eiweiß-Variante entschieden, die für den Cholesterinspiegel verträglicher ist. Dazu einfach das Ei trennen und das Eigelb nicht verwenden. Meine Frau gönnte sich ein paar Scheiben Roastbeef dazu, ich machte mir eine Packung Matjes-Hering auf. Und da lag dann wohl das Problem. Er war in Öl eingelegt. Darauf hatte ich beim Einkauf nicht geachtet. Und jetzt? Wegwerfen? Meine Oma, die früher drei Löffel Soße vom Mittagessen aufbewahrt hat, um sie am Abend aufzuwärmen und Brot hinein zu tunken,  hätte mich aus dem Himmel mit Blitzen beschossen! Ela meinte, ich solle den Fisch abtropfen lassen. Ich hab‘ ihn dann noch lauwarm abgewaschen und so das meiste Öl wohl entfernt. Wer mich jetzt für bekloppt erklären möchte – bitteschön. Mit dem Pfannkuchen, ein paar Zwiebelringen und sauren Gürkchen, ganz nach Geschmack, war’s fast wie ein Fischbrötchen. Anschließend sind wir noch die geforderte halbe Stunde spazieren gegangen.


Der eigentliche Grund, dass ich heute Morgen schwerer war als gestern, war aber wohl das Phänomen, dass Salz Wasser im Körper einlagert. 9 Gramm, laut Dr. Dukan, halten einen Liter für ein bis zwei Tage fest. Und im Matjes findet man diese Menge leicht. Aber darauf muss man erst mal kommen. Das erinnert mich ein wenig an die Szene aus dem Monty-Python-Film „Der Sinn des Lebens“, in der der Tod eine ganze Diner-Gesellschaft dahinraft. Alle wehren sich, wollen es nicht glauben und rätseln nach über das „Warum“. Ich hab‘ mal das Video dazu im Sinne des Zitierens verlinkt, die Auflösung beginnt genau bei Minute 5 und hat mit Fisch zu tun. Aber wer sich die Szenekomplett ansieht, hat mehr davon.

So kann ich also durch den Tag gehen und gespannt dem morgigen Wiegen entgegenfiebern. Dazwischen liegt noch das entrümpeln des Kellers, der es bitter nötig hat. Und wie ich den entrümpeln werde!

Montag, 23. Juli 2012

Die Dukan-Diät - Das Wochenende der Phänomene 2

Phänomen drei: Der Geldbeutel ist genauso leer wie der Magen. Das bestätigte sich nach dem Einkauf am Samstag. Der Betrag war, im Gegensatz zu mancher Mahlzeit, ganz schön gesalzen. Und während mein Magen fähig ist, zu knurren, kann es das Portemonnaie nicht. Das habe ich dann übernommen. Gut, am Abend sollte es Garnelen geben, das schlägt natürlich etwas zu Buche. Insgesamt geht’s natürlich auch günstiger. Aber nach dem Fleischinferno der vergangenen Tage und dem Grätendesaster vom Vorabend war uns mal nach diesem kleinen Luxus. Mittags dazu noch Rühreier mit Schinken, abends dann die Garnelen mit der Dr. Dukan Mayo. Die ist echt lecker, wenn man es senfig mag. Aber ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich kurz vor einem Eiweißschock stand.

Am Sonntag zog am Vormittag der zarte Duft von Lebkuchengewürz durch die Wohnung. Ela hat den Dr.Dukan Kuchen gebacken, der uns die Menge Haferkleie für den Sonntag vermitteln sollte. Ja, auch Pfannkuchen kann man überdrüssig werden. Er diente gleichzeitig als Belohnung für das Durchhalten der fünftägigen Angriffsphase. Natürlich ist diese Kuchenvariante kein echter Kuchen, und jeder Gedanke, dass es einer sein könnte, darf als lächerlich abgetan werden. Aber er schmeckte Besser, als er sich auf dem Rezept-Papier darstellte. Nachdem er kalt war, gönnten wir uns am Nachmittag jeder ein Stück, der Rest wanderte ins Tiehkühlfach, denn die Haltbarkeit des Gebäcks ist begrenzt.

Wir haben uns für die 1-1-Taktik während der Aufbauphase entschlossen. Ein Tag Mischkost, ein Tag Proteine. Für mich bedeutete das am Sonntag, dass ich über die Hälfte eines riesigen Kopfsalates in mich hineingestopft habe. Dazu gab es ein paar gebratene Stückchen Hühnerbrust. Und ich empfand die Brust als Beilage und den Salat als Hauptattraktion auf dem Teller! Eine Entwicklung, die mir in der Familie wahrscheinlich keiner glaubt, die ich aber als wirklich angenehm empfinde. So schnell kann’s gehen.

Am Abend dann die vegetarische Krönung. Wir hatten beide keine Lust auf Fleisch, also gab’s einen Tomaten-Pilz-Auflauf mit Tofustückchen. Eins vorweg: Von Tofu bin ich nach wie vor nicht überzeugt, aber um Fleisch zu ersetzen, taugt es was. Gewürzt wurde das Ganze (400 Gramm Champignons, 3 Tomaten und 200 g Tofu) mit Knoblauch, frischem Oregano und Basilikum, Salz und Pfeffer. Dazu ein Gemisch aus Ei (1), Joghurt (5 Löffel), etwas Tomatenmark und Scharfem Paprikapulver. Durch die Menge Flüssigkeit im Gemüse und Tofu hat der Auflauf zwar nicht richtig gestockt (vielleicht wären zwei Eier besser gewesen), war aber trotzdem richtig lecker – auch, weil ich 100 Gramm Light Käse mit 14 Prozent Fett darüber gestreut habe. Das war die einzige Sünde dieser Diät, denn 5-prozentigen Streukäse habe ich nirgends gefunden und verzichten wollten wir auch nicht. Dass es nicht geschadet hat, zeigte am Montagmorgen die Waage: Aus den 102,2 Kilo am Freitagmorgen waren glatte 101 geworden.

Kleines Post Scriptum: Unsere liebe Nachbarin hat mich am Sonntagnachmittag unfreiwillig auf eine harte Probe gestellt. Sie war mal mit einem US-Amerikaner verheiratet und hat diese Lebensart bis heute ein Stückweit beibehalten - deshalb ist sie ziemlich gut im Backen von Muffins. Da sie letzten Donnerstag Geburtstag hatte (Glückwunsch auch nochmal auf diesem Weg) hat sie einige dieser herrlichen Minikuchen hergestellt. Zwei davon reichte sie mir am Sonntag aus ihrem Küchenfenster im Erdgeschoss entgegen. Sie macht das öfter und man kann sagen, es ist kein Fehler. Diesmal allerdings musste ich ablehnen, die Gründe sind bekannt. Doch auch nach mehrmaligen Erklärungen bestand sie darauf, dass ich die Küchlein mitnehme. Ela tat dies dann für mich und brachte sie in unsere Küche. Dort lagen sie den Rest des Tages und die Nacht. Sie waren aus Schokoteig gebacken, fühlten sich fluffig-saftig an und waren mit dunkler Schokolade überzogen. Als kleine Krönung lagen obenauf noch ein paar Kokosraspeln. Sie dufteten nach einer Mischung aus süß-karibischer Schokolade und einem Hauch herbem Kakao. Ich habe sie am Abend in Alufolie gewickelt, denn diesen Anblick wollte ich mir nicht länger zumuten. Ela hat sie mit an die Arbeit genommen – und dort hoffentlich brav abgeliefert!